Hveragerði ist eine kleine Gemeinde im Süden von Island. Es ist Jänner. Winter. Nach einer langen Autofahrt kommen wir am Nachmittag dort an. Wir wollen uns bewegen, wandern. „Reykjadalur 3,0 km“ steht auf einem Wegweiser. Das sollte doch zu schaffen sein. Im Reykjadalur – einem Tal – sollen heiße Quellen sein. Ein Fluss, der so warm ist, dass man darin baden kann. 
Wir begegnen einigen Wanderern. Alle kommen uns entgegen, gehen in Richtung Hveragerði. Nur wenige in Richtung des Tals. Das für isländische Verhältnisse erst noch freundliche Wetter drehte sich. Schneestürme nehmen uns kurzfristig immer wieder komplett die Sicht. 

Wir lassen uns nicht aufhalten. Auch nicht von entgegenkommenden Wanderern, die uns mit „it’s getting worse and worse“ zum Umkehren bewegen wollen. Wir wollen diese Quellen sehen. So weit können 3,0 Kilometer schließlich nicht sein. Immer wieder sagen wir uns: Hinter dem nächsten Hügel muss es sein. Hinter dem nächsten jetzt aber wirklich. 
Der Hinweg dauerte ewig. Und ein Blick in Richtung Himmel und auf die Uhr macht uns klar: Jetzt müssen wir schnell zurück. Es gab keine Markierungen. Bald wird es dunkel. Das geht in Island im Winter sehr schnell. Dann verirren wir uns garantiert. Also retour, so schnell es geht. 

Als wir beim Auto ankommen, ist es finster.
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