
Von Sucht zu Sehnsucht
Früher war ich süchtig. Süchtig nach dem Hochficht*. Der Umzug in die Landeshauptstadt glich einem Entzug. Ich schaffte ihn – gezwungenermaßen. Aber es ist noch immer hart.
Früher galt: War ich nicht mindestens ein Mal pro Woche auf dem Hochficht gewesen, war ich unrund, fühlte mich nicht wohl.
Seit ich Städterin bin, sind regelmäßige Besuche am „Ficht“ nicht mehr so einfach möglich und wesentlich zeitaufwändiger. Die Anfahrt alleine dauert mehr als eine Stunde. Meine frühere Sucht verwandelte sich in eine Sehnsucht. Der Hochficht wurde zu meinem ganz persönlichen Sehnsuchtsort. Und so viele Berge rund um meinen neuen Wohnort ich mir auch angeschaut habe, nichts in Linz hat es geschafft, den Hochficht zu ersetzen.
Nichts hat es geschafft, ihm auch nur annähernd gleichzukommen.
*Der Hochficht ist für mich nicht nur die 1338 Meter hohe Erhebung im Böhmerwald an der österreichischen Grenze zu Tschechien. Für mich bezeichnet „Hochficht“ das gesamte Waldgebiet rund um die Talstation des Skigebiets.






















